Winterarbeit

Ein ruhiger Winter

Da wir nur alle zwei Jahre aus dem Wasser gehen, können wir den Winter „dazwischen“ etwas ruhiger angehen lassen. Neben den alljährlichen Arbeiten stehen dann nämlich nur kleinere Optimierungen und die Reparaturen von eventuellen Schäden an.

Während unsere Sommersaison mit dem Abschlagen der Segel endet (diese werden dann vom Segelmacher durchgesehen und auch bei ihm eingelagert), beginnt unsere Wintersaison mit dem Abnehmen der Bäume und Gaffeln. Im letzten Winter sollten dort nur kleinere Schäden ausgebessert werden – daher blieben sie in Toft und kamen nicht in unsere Halle in den Landkreis.

Als Lehre aus den vergangenen Winterstürmen haben wir im letzten Winter auch alles laufende Gut runter genommen – die Stunde mit dem Steiger ist wesentlich günstiger als die eventuellen Schäden an Mast und Tauwerk durch die hohe Windlast des Riggs.

Den Rest des Jahres 2024 haben wir an den Wochenenden eher Urlaub auf dem Boot gemacht – die täglichen Arbeiten waren nur sehr kurz. Im Wesentlichen haben wir Teile vom Innenausbau neu lackiert, vor allem den Bereich um das Waschbecken neben der Toilette und einige der kleinen Türchen. Für uns bedeutete das jeweils eine Lackschicht am Freitag Abend und am Sonntag Mittag – maximal mit einem sehr kurzen Zwischenschliff.

In der Vorweihnachtszeit wurde es dann auf Arbeit etwas ruhiger, so konnten wir mehr Zeit beim Boot verbringen. Während Robbi den Motor gewartet und winterfest gemacht hat, konnte ich mich einem neuen Projekt widmen: Warmwasser.

Ingeborg war von Anfang an so entworfen, dass sie ohne Strom funktioniert: An den wichtigen Stellen gibt es Öllampen, der alte Motor ließ sich ankurbeln, die Kraftstoffzufuhr des Ofens funktioniert über Gefälle und die Wasserhähne haben manuelle Pumpen. Während die Fußpumpe am Waschbecken neben der Toilette perfekt funktioniert, war die Pumpe in der Pantry nicht nur von Anfang an zickig, die installierte Handpumpe (für eine Fußpumpe ist der Bereich zu eng) macht das Arbeiten mit zwei Händen unmöglich.

Da zusätzlich der ganze Bereich hinter dem Herd, bis zur Bordwand, quasi unbenutzt ist, wollten wir dort einen Boiler für Warmwasser und eine Druckpumpe installieren. Zwei Tage vor Weihnachten floss dann dann erste Mal warmes Wasser in unserer Pantry – was für ein Komfortgewinn!

Wir haben uns aber ganz bewusst dazu entschieden, kein Warmwasser zur Toilette zu legen. Zum einen wäre der Verlust durch die lange Zuleitung enorm, zum anderen funktioniert die Fußpumpe nicht nur wunderbar, sie ist auch sehr viel sparsamer.

In der Zeit zwischen den Jahren spielte dann das Wetter verrückt: Tage mit Orkan wurden von Tagen mit absoluter Flaute abgelöst – mal war das Deck vereist, am Folgetag war die Temperatur dann zweistellig. Am 2. Januar war der Orkan so stark, dass sogar unsere alte „Hütte“ über das Gelände geweht wurde – wir waren froh, dass wir das ganze laufende Gut nicht mehr an den Masten hatten.

Mit dem März kam dann das bessere Wetter – es war kalt aber trocken. Wir nutzten die schönen Wochenenden für die notwendigen Außenarbeiten: Dach, Deck und alle Klarlackteile erhielten die notwendige Zuneigung.

Da es immer noch früh dunkel und auch kalt wurde, hatten wir die Nachmittage und Abende für andere Arbeiten zur Verfügung, so bekam zum Beispiel das Luk für unsere Segellast endlich eine funktionierende Belüftung.

Anfang April waren dann alle Arbeiten soweit abgeschlossen, wir konnten wieder aufriggen. An einem recht frischen Tag ging es mit dem Steiger wieder in die Masten, dann kamen die, zum Teil nachlackierten, Bäume und Gaffeln. Der Besanmast bekam noch einen Schutz vor dem schweren Block der Großschot und Axel stieg dankenswerterweise in die kalte Ostsee und befreite unsere Schraube von einem Berg Muscheln und Pocken.

Am 12. April konnten wir dann nach Wackerballig verlegen – eine Woche vor Ostern begann unsere Saison 2025.

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