Sommertörn ’25 – II
Tag 9 – Endlich wieder zu dritt (31/VIII)
Draußen weht nur ein leichter Wind, aber die kleinen Wolken lassen es nicht so unangenehm heiß werden wie gestern. Wir lassen uns Zeit, genießen unser Frühstück, klaren das Boot auf und machen alles sauber – heute kommt Daniel an Bord.
Gegen Mittag verlegen wir an die Pier der kleinen Bootstankstelle, hier in Sandvik liegt diese gut erreichbar, und ist auch nicht so verwinkelt. Für uns ist es das erste Mal mit Ingeborg an einer Zapfsäule, bisher haben wir den Diesel immer in Kanistern an Bord gebracht, aber im Prinzip funktioniert es genau wie beim Auto. Kurze Zeit später sind Tank und Kanister voll, dann geht es Richtung Göteborg.
Daniel hat sich schon gemeldet, sein Zug ist pünktlich in Oslo gestartet. Wir wollen uns im Hafen von Långedrag treffen, dorthin kommt man perfekt mit der Straßenbahn direkt vom Hauptbahnhof. Auf dem Weg Richtung Stadt wird der Verkehr auf dem Wasser immer stärker, vor allem die Dichte an Fähren nimmt merklich zu.
Als wir den Hafen von Långedrag nach recht kurzer Fahrt erreichen, hat der Wind merklich aufgefrischt. Es gibt hier zwar viele Liegeplätze in unserer Größe, leider sind diese aber alle belegt – was nun? Mit Ingeborg tief in die engen Gassen wollen wir bei dem Wind nicht, und so verlassen wir, nach ein paar Runden mit erfolgloser Suche, den Hafen und laufen wieder etwas nach Westen; unser neues Ziel ist Saltholmen.
In diesem großen Hafen gibt es zwar keinerlei Gastliegeplätze, es gibt aber eine Wartepier für Boote am Fähranleger. Während wir an einem schönen Platz der langen Brücke anlegen, beobachten wir das Treiben um uns herum: Immer wieder kommen kleine Motorboote und holen oder bringen Leute – in Saltholmen legen nicht nur die Fähren an, hier befinden sich auch die Endstation der Straßenbahn und ein großer Parkplatz.
Leider gibt es hier aber keinen Supermarkt, und so laufe ich einige Kilometer bis zum Coop in Käringberget – bei knaller Mittagssonne entlang der vielbefahrenen Straße. Während ich für unser leibliches Wohl sorge, macht Robbi auch außen Reinschiff, dann kommen Daniel und seine Reiseteddy Hjalmar endlich bei uns an.
Nach einer herzlichen Begrüßung nimmt Hjalmar gleich seinen Stammplatz (in der Ladeschale der Handfunke) ein, dann verstauen wir Daniels Gepäck und verlassen den Hafen. Eigentlich wollten wir zusammen noch etwas hier bleiben, aber durch die Situation mit dem Liegeplatz müssen wir eben umplanen – jetzt geht es schon heute gemeinsam Kurs Nord.
Für Daniel, der die letzten Tage auf einem Pilgerpfad am Oslofjord unterwegs war, sind die Bewegungen von Ingeborg zwar erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir waren schon so oft gemeinsam unterwegs – da ist er schnell wieder voll dabei. Es geht über das große Fahrwasser westlich von Göteborg, und dann tauchen wir bei Store Varholmen in den nördlichen Schärengarten von Göteborg ein.
Wir sind ja schon ein paar Tage zwischen den Inseln unterwegs, aber Daniel guckt des öfteren etwas sorgenvoll zwischen Ingeborg, der Karte und den Felsen hin und her – dabei wird es doch erst in den kommenden Tagen richtig eng.
Wir lassen einige der Fähren nach Öckerö passieren, dann geht es durch den Kalvsund entlang der Westseite von Björkö. Während unserer Tour haben wir diese Insel zu unserem heutigen Ziel erkoren, und wir finden auch sofort einen tollen Liegeplatz in dem großen Hafen.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.92 knots
Gesamtzeit: 07:38:02
Direkt nach dem Einlaufen heißen wir unsere beiden Mitsegler endlich richtig Willkommen – erst danach kümmern wir uns um Strom, Liegegeld und Abendessen.
Der relativ große Hafen von Björkö liegt bei Skarvik, dem Zentrum der Insel. Hier gibt es Lebensmittelläden, Schiffsausrüster, diverse Restaurants und sogar eine kleine Brauerei. Im nördlichen Teil der Insel befinden sich alte Verteidigungsanlagen der Küstenartillerie, die den nördlichen Zufahrtskanal zum Hafen von Göteborg schützen sollten. In diesem Gebiet ist die Bebauung spärlich und die Tier- und Pflanzenwelt relativ ungestört.
Wir kochen gemeinsam und Daniel berichtet von seiner Wanderung entlang des Oslofjords – sicher auch ein schönes Ziel für eine Reise mit Ingeborg.
Tag 10 – Mit Rauschefahrt nach Norden (1/IX)
Die Sonne scheint und ein kräftiger Südwest verspricht eine schnelle Reise. Nach einem kurzen Besuch in dem kleinen Ort und dem noch kleineren (aber sehr gut sortierten) Supermarkt, setzen wir Kurs Nord.
Bei 5-6 Windstärken setzen wir nur die Fock, und dieses relative kleine Segel reicht, um die 14t von Ingeborg konstant über 5kn zu halten. Nördlich von Källö-Knippla wird das Wasser etwas freier, und wir bekommen schon einige Wellen zu spüren; nachdem wir auch die Abdeckung von Rörö verlassen haben, sind wir froh uns nur von der Fock ziehen zu lassen.
Im Schutz von Brandholmen bergen wir dann das Segel, unter Motor geht es durch den Albrektssund Kanal Richtung Marstrand. Die Passage dieser relativ engen Durchfahrt zwischen der Insel Klåverön und einigen kleineren Inseln ist für uns wirklich spannend – das letzte Mal waren wir hier noch mit dem Folkeboot unterwegs. Unter den wachsamen Augen von Hjalmar erreichen wir aber wohlbehalten die andere Seite, dann geht es ans Anlegen.
Der Ort Marstrand liegt sowohl auf dem Festland, als auch auf der Insel Marstrandsö – im dortigen Hafen wollen wir festmachen. Wir finden zwar genug freie Plätze, da der Wind aber mittlerweile auf über 6 Windstärken aufgefrischt hat, ist das Manöver für uns nicht ganz so einfach.
Wir laufen am Ende die Schwimmbrücke gegen den Wind an und setzen Robbi mit einer Vorleine an Land – jetzt sind wir fest und können den Rest des Anlegemanövers in aller Ruhe durchführen. Robbi belegt die Achterleine am Steg, und wir ziehen Ingeborg ganz langsam gegen den Wind an ihren Platz.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.79 knots
Gesamtzeit: 02:54:13
Marstrand ist nicht nur ein beliebtes Zentrum des Segelsports an der schwedischen Westküste, der Ort hat in seiner Geschichte auch schon viel erlebt. Wann Marstrand gegründet wurde, ist unklar, aber 1291 wurde der Ort in einem franziskanischen Dokument erwähnt, und 1313 wurde ein Privilegienbrief für die Bürger von Marstrand ausgestellt. Marstrand gehörte damals zu Norwegen und war ein wichtiger Fischerei- und Handelshafen. Die älteste bekannte Stadtrechtsurkunde stammt von 1442, verliehen von Christoph III. – König von Dänemark, Schweden und Norwegen.
Nach dem Frieden von Roskilde (1658) kam Marstrand zu Schweden, und über der Stadt wurde 1689 die mächtige Festung Carlsten (Carlstens fästning) erbaut. Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts war aufgrund der guten Heringsfischerei eine Blütezeit für Marstrand.
Mit dem Niedergang der Fischerei im 19. Jahrhundert stagnierte die Entwicklung der Stadt, und als König Oscar II. gegen Ende des Jahrhunderts seine Sommer hier verbrachte, versuchte sie sich als Badeort zu profilieren. In der Folgezeit wurde Marstrand zu einem der wichtigsten Badeorte an der Westküste.
Bei soviel interessanter Geschichte, machen wir uns nach einer Kaffeepause auf einen Inselrundgang auf. Marstrandsö ist eine autofreie Insel und kann nur über eine Fähre von der Insel Koö erreicht werden. Auf Marstrandsö befindet sich der ältere Teil von Marstrand, der noch einen mittelalterlichen Grundriss hat. Zuerst laufen wir durch den kleinen Ort mit den sorgfältig gepflegten hölzernen Hotels und Villen der Badegäste aus dem 19. Jahrhundert. Hier gibt es viele kleine Bars und Cafés – leider hat zu dieser Jahreszeit schon alles geschlossen. Zu unserer Verwunderung ist sogar der kleine Landhandel zu, bei einer Insel mit Schule wundert uns das dann doch etwas.
Direkt über dem Ort liegt die imposante Festung. Hier ist eine Besichtigung leider nur noch an den Wochenenden möglich, aber die großzügigen Außenanlagen sind öffentlich zugänglich, und so umrunden wir den mächtigen Bau.
Da der Hafen von Marstrand nur sehr selten zufror, besaß er eine bedeutende Rolle beim Betrieb der westschwedischen Handelsflotte. Zur Sicherung dieses wichtigen Hafens für Schweden beschloss Carl X. Gustav daher, eine Festung auf dem Gipfel der Insel anlegen zu lassen.
1658 wurde eilig ein Holzfort auf dem Gipfel des Berges über der Stadt gebaut, so dass ein Angriff der Norweger im Herbst 1659 leicht zurückgeschlagen werden konnte. Erst ab 1666 wurde anstelle des Forts mit dem Bau einer Festung begonnen. 1685 besaß die Burg neben einem Graben auch einen mehrere Stockwerke hohen runden Turm. Später wurden Außenwerk und Wohnquartiere angebaut, doch noch vor deren Vollendung griff der norwegische Admiral Peter Tordenskjold am 10. Juli 1719 Marstrand an – der Beschuss durch die Festung Carlsten konnte offenbar nur wenig ausrichten, Tordenskjold nahm ohne Schwierigkeit die Stadt ein.
In der weiteren Geschichte folgten, nach der Rückgabe an Schweden, einige Änderungen an der Anlage, die erst ab 1851 abgeschlossen waren. Zu dieser Zeit hielt die Dampfkraft ihren Einzug in die Seefahrt, und ein Krieg gegen Dänemark wurde immer unwahrscheinlicher – die Bedeutung von Festung Carlsten nahm immer weiter ab. Am 1. Mai 1882 marschierte die Garnison ab, die Flagge der Festung wurde niedergeholt und ihre Bestückung nach Karlsborg gebracht. Die Festungswerke wurden jedoch weiter unterhalten.
Obwohl Carlsten als reguläre militärische Festung eigentlich ausgedient hatte, wurde sie sowohl im Ersten, wie im Zweiten Weltkrieg wieder militärisch besetzt, und unter anderem mit Flugabwehrgeschützen ausgerüstet. Auch während des Kalten Krieges blieb eine kleine Einheit der schwedischen Armee in der Festung, die nun der Luftraumüberwachung diente. Erst 1991, nach dem Zerfall der Sowjetunion, verließ das Militär die Festung endgültig.
Bei schönster Sonne genießen wir den Ausblick über die Inselwelt, klettern über Felsen, wandern über verschlungene Pfade und machen viele Bilder – immer begleitet vom Photomodell Hjalmar.
Bei unserer Rückkehr zum Boot hat der Wind noch weiter an Stärke zugenommen, und während die ersten dunklen Wolken aufziehen, hört man in der Ferne schon den Donner grollen. Wir machen das Cockpit dicht und verziehen uns unter Deck – beim gemeinsamen Kochen geht draußen das erste Gewitter nieder, und Sturmböen lassen Ingeborg etwas schaukeln.
Tag 11 – Felsen und Inseln (2/IX)
So stark der Wind auch gestern geblasen hat – heute ist nahezu Flaute. Bei etwas bedecktem Wetter machen wir uns auf den Weg nach Norden, heute wollen wir wirklich in das innere Fahrwasser zwischen den Schären.
Bei der ersten wirklich engen Passage, westlich von Klädesholmen, wirkt Daniel recht angespannt, die Seekarte in der Hand sucht er jeden Stein und jede Tonne. Die Unsicherheit verfliegt aber recht schnell, und als die Durchfahrten bei Hjärterö noch enger und vor allem länger werden, hat jeder seinen Platz, und damit seine Aufgabe gefunden.
Bei Kyrkesund begegnen wir das erste Mal an diesem Tag anderen Seglern, die Saison ist hier wirklich schon vorbei.
Unser Ziel ist der kleine Ort Mollösund, weit draußen auf einer Landzunge am südwestlichen Ende der Insel Orust. Durch die gegenüberliegende Insel Mollön gegen Wind und Wellen geschützt, ist Mollösund eines der ältesten Fischerdörfer der Gegend.
In dem wunderschön gelegenen Hafen hatten wir 2018 schon Probleme einen Liegeplatz für ein Folkeboot zu finden, aber diese Schwierigkeit sollte sich uns jetzt nicht stellen – bei Ankunft liegt nur ein anderes Boot in dem kleinen Becken.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.70 knots
Gesamtzeit: 03:01:54
Die Geschichte von Mollösund ist eng mit der lukrativen Heringsfischerei verbunden; als der Hering verschwand kam die Armut. Mitte des 18. Jahrhunderts kam der Hering zurück, die Gesellschaft blühte wieder auf und die Bevölkerung wuchs auf 500 Einwohner. In den frühen 1900er Jahren gab es sogar 1000 Einwohner in Mollösund, das damals eines der größten Fischerdörfer war.
Auch heute gibt es noch einige Fischer in dem kleinen Dorf, und es gibt sogar zwei Fischläden. Während der eine bereits saisonal geschlossen hat, ist der andere noch offen und wir verpflegen uns dort mit frischem Räucherfisch und leckerem Sild.
Nach einer Kaffeepause geht es dann nochmal durch den Ort, wir besuchen die Windmühle aus dem 17. Jahrhundert, sie ist das Wahrzeichen Mollösunds. 1901 wurde sie um etwa 300 m weiter nach Norden verlegt und war bis 1929 in Betrieb. Auf dem Aussichtspunkt vor dem alten Friedhof steht eine Fischersfrau, aus Holz geschnitzt. Hier standen früher die Frauen und Kinder und spähten über das Meer – stets mit Sehnsucht und Angst, ob alle Boote wieder vom Fischen heimkommen.
Abends bieten Wolkenspiel und Wasser dann perfekte Photomotive als Abschluss eines phantastischen Tags.
Tag 12 – Eine ruhige Bucht zum Abwettern (3/IX)
Die Nacht war ruhig und der Morgen ist wunderschön. Beim täglichen Blick in die Wetterprognose für die kommenden Tage stehen die Zeichen aber auf Sturm, und da für Daniel leider bald der Urlaub endet, beschließen wir schweren Herzens nicht weiter nach Norden zu segeln.
In Stenungsund ist der Bahnhof in der Nähe des Hafens, da sollten wir für Daniel einen guten Absprung in die Heimat finden. An der Nordseite der Insel Tjörn wollen wir den Sturm abwettern, leider soll dieser ja aus Süden kommen. Damit platzt meine Hoffnung in der kleinen Bucht von Ärholmen längsseits an die Felsen zu gehen – die Bucht ist nach Süden komplett offen.
Heute ist es aber phantastisch, und so heißt es erstmal: Sommer, Sonne, Segeln.








Nach einer tollen Fahrt durch die inneren Schären finden wir einen Platz in Almösund. Die kleine Bucht mit den dichten Wäldern drumherum bietet perfekten Schutz und zwei Häfen, wobei wir den der Myggenäs Båtförening auf der Ostseite der Bucht dem der Marina vorziehen – hier lagen wir schon 2018 mit unserem Folkeboot Lotte.
Das Anlegemanöver in unserem gut eingespieltem Team klappt perfekt, und so liegen wir nach kurzer Zeit gut und sicher.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.38 knots
Gesamtzeit: 03:48:56
Gleich hinter der Bucht, auf der anderen Seite einer Straße, liegt ein kleineres Einkaufszentrum mit perfekten Proviantierungsmöglichkeiten – hier decken wir uns mit dem Nötigen ein, dann geht es zurück an Bord.
Abends machen wir das Boot erst sturmfest, dann wird gemeinsam gekocht.
Tag 13 – Hafentag in Almösund (4/IX)
Über Nacht hat es etwas geregnet, zum Frühstück ist aber wieder bestes Wetter und Robbi besorgt frische Brötchen, während wir den Tisch decken und den Kaffee kochen.
Nach dem Essen geht es zu Fuß auf Erkundungstour, wir laufen zum Aussichtspunkt an der großen Brücke. Dort angekommen stehen wir ohne Schutz im Wind und blicken von oben auf weiße Schaumkronen – unser gut geschützter Liegeplatz hat den Wind gar nicht so stark erscheinen lassen.
Tjörnbron ist die größte Brücke eines mehrteiligen Brückensystems, das über den Askeröfjord die Inseln Källön und Almön verbindet.
Die erste Brücke zur Insel Tjörn wurde 1960 eröffnet. Sie war eine Rohrbogenbrücke und stürzte infolge eines schweren Unglücks am 18. Januar 1980 ein. Als Konsequenz aus dem Brückenunglück, bei dem der norwegische Frachter Star Clipper in dichtem Nebel mit eben jenem Rohr kollidierte, wurde beim Neubau der Brücke die Konstruktion einer Schrägseilbrücke gewählt. Deren zwei H-Pylone stehen auf den einander gegenüberliegenden Ufern, so dass jetzt unbehinderte Durchfahrt besteht.
Die Bauzeit der neuen Brücke betrug nur knapp 17 Monate – am 9. November 1981 konnte Schwedens König Carl XVI. Gustaf die neue Tjörnbron ihrer Bestimmung übergeben. Wer sich die Bauzeiten heutiger deutscher Großprojekte anguckt, kann da nur mit dem Kopf schütteln.
Im Laufe des Nachmittags nimmt der Sturm dann ab, abends herrscht Flaute.
Tag 14 – Ein kurzer Törn im Regen (5/IX)
Die Nacht über hat es geregnet und auch am Vormittag lässt der Regen kaum nach. Wir bleiben lange in der Koje, genießen ein ausgiebiges Frühstück und über Mittag machen wir gemeinsam Reinschiff.
Am frühen Nachmittag klart es dann etwas auf, und wir machen uns auf die paar Meilen nach Stenungsund. Das trübe Wetter passt zu unserer Stimmung – wir sind schon etwas traurig, dass Daniel uns morgen wieder verlassen wird.
Bei der Anfahrt zum Stadthafen passieren wir eine kleine Werft, an der wir auch einige freie Plätze entdecken. Als wir im Stadthafen keinen Liegeplatz mit passender Tiefe finden, verholen wir uns an einen der Plätze bei der Werft.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.85 knots
Gesamtzeit: 00:49:27
Stenungsund begann als Anlegeplatz für Schiffe und erlebte einen stärkeren Entwicklungsschub, als in den 1940er Jahren ein Dampfkraftwerk und ein petrochemisches Werk angelegt wurden. Heute ist der Ort eines der wichtigsten schwedischen Zentren für die Herstellung von Kunststoffen und deren Vorstufen. Als Grundlage für die Chemiebetriebe diente ein mit Öl betriebenes Heizkraftwerk, das in einem Hohlraum gelegen ist, der vorher in den Berg gesprengt wurde. Die vier Schornsteine des Heizkraftwerkes prägen heute die Silhouette des Ortes.



Abends gehen wir noch etwas durch die Stadt – Einkaufen und Essen – bevor wir uns einen schönen letzten gemeinsamen Abend machen.
Tag 15 – Zu zweit nach Süden (6/IX)
Da Daniels Zug nicht ganz so früh startet, können wir noch in Ruhe zusammen frühstücken; dann trennen sich bei bestem Wetter unsere Wege: Für Daniel&Hjalmar geht es mit dem Zug über Göteborg, Malmö, Trelleborg und Rostock nach Dresden, während wir mit Ingeborg den Weg nach Süden antreten.
Durch den Askeröfjord geht es Kurs Algön, und weiter durch die Enge bei Brattön. Nördlich von Karholmen begegnen wir dem Schoner Ingo von 1922. Er warnt per Funk zweimal die Schiffahrt, dann läuft er unter Segeln in den Albrektssunds Kanal – wir möchten ihm dann dort nicht gerne begegnen.











Unser heutiges Ziel ist die Insel Källo Knippla, bei der wir bei unserem letzten Besuch keinen Platz gefunden hatten. Auch heute ist der Hafen gerammelt voll, bei bestem Wetter feiern die Schweden ein Hafenfest und wir finden nur an Mole nahe der Hafeneinfahrt einen Platz.
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.12 knots
Gesamtzeit: 06:26:32
Die Insel ist definitiv einen Besuch wert, vor allem die verwinkelte Anlage des Hafens lässt diesen klein und gemütlich erscheinen. Rund um den Hafen ist alles zu finden: einige Restaurants, Bars, eine Bootstankstelle, ein Supermarkt und die Fähre nach Göteborg.
Aufgrund des Hafenfests sind alle Restaurants gut gefüllt und so kochen wir an Bord, während draußen die Schweden, im Zustand gesteigerter Lebensfreude, gemeinsam und lautstark Volkslieder singen.
Heute wird es nicht nur recht schnell feucht, es wird auch empfindlich kühl und so geht es bald in die warme Koje, während die Schweden noch am Singen sind.




































































































One Comment
BIRGITT DÜERKOP
Vielen Dank, für die Einblicke des Törns Spätsommer 2025.
Auch für die Lukulischen :)) .
Einen schöne Saison 2026 wünscht Birgitt Düerkop