Törns

Sommertörn ’25 – I

Genau wie im letzten Jahr hatten wir auch 2025 wieder 4 Wochen Zeit für unseren Sommertörn – nach der überfüllten Hauptsaison, mit etwas mehr Erfahrung mit dem Boot und der neuen Maschine und mit einer guten Wetterprognose, ging es Ende August in mehr oder weniger unbekannte Richtung.

Wie schon in den vergangenen Jahren (auf Ingeborg und Lotte) wollten wir uns auch in diesem Jahr nur auf den Törn konzentrieren und den Blog erst im Nachhinein führen; wobei dieses „Nachhinein“ wie immer ein sehr dehnbarer Begriff ist.

Tag 1 – Kurs Ost (23/VIII)

Das Wetter ist herrlich, aber bei schönster Sonne kommt der frische Wind mit 4-5 Windstärken leider aus der ungünstigsten Richtung für einen Start in Wackerballig: Nordnordwest. Nachdem die letzten Sachen an Bord verräumt sind und wir uns bei einem gemeinsamen Frühstück auf Lycka von Ike&Karin verabschiedet haben, geht es aus dem Hafen und unter Maschine laufen wir erstmal gegen den Wind nach Norden.

Auch wenn unsere neue Maschine sehr gut und vor allem zuverlässig funktioniert, so sind wir mit der Steigung des Propellers und der daraus resultierenden Marschfahrt nicht zufrieden: Statt der versprochenen 6,5kn laufen wir nur 5kn – gegen Wind und Welle sogar etwas weniger. Da wir zum Einstellen der Steigung allerdings aus dem Wasser müssen, eine Aufgabe für den kommenden Winter, finden wir uns jetzt mit dieser Tatsache ab.

Als wir auf der Höhe des Leuchtturms von Kalkgrund sind, setzen wir die Segel, fallen ab und laufen Kurs Ost. Eigentlich entspricht das gar nicht unserer groben Richtung nach Schweden, aber es gibt ja mehrere Wege in das Kattegat. Während wir auf der Route durch den Alssund und den Lillebælt den Wind immer von vorne gehabt hätten und viel unter Maschine hätten fahren müssen, rauscht Ingeborg jetzt bei halbem bis raumem Wind mit über 7kn Richtung Ærø.

Im Laufe des Nachmittags dreht der Wind etwas westlicher, und so brauchen wir hinter Vejsnæs Nakke nur etwas Anluven und können mit unverminderter Fahrt Richtung Marstal laufen. Schon aus der Ferne erkennen wir, dass der Hafen wohl mehr als überfüllt ist. So laufen wir an Ingeborgs Bauort vorbei und setzen Kurs auf die Ostküste von Fyn.

War es auf der freien See noch etwas rau, so zeigt sich das Südfünische Inselmeer von seiner schönsten Seite – sofort ist klar, woher der Name Dänische Südsee kommt.

Ingeborg gleitet durch das ruhige Wasser, und wir fühlen uns fast wie auf unseren Törns mit unserem Folkeboot Lotte, so einfach lässt sie sich steuern, so dicht sitzen wir am Wasser und genießen den Moment.

Je später es wird, desto mehr lässt der Wind nach, auf der Höhe von Strynø Havn schläft er dann ganz ein und wir überlegen uns ein Ziel für die Nacht. Der kleine Inselhafen von Strynø liegt zwar malerisch querab, aber auch dort sehen wir schon viele Masten – so setzen wir unseren Kurs auf Rudkøbing.

Gesamtstrecke: 38.72 NM
Durchschnittsgeschwindigkeit: 5.07 knots
Gesamtzeit: 08:16:54

Wie bei unserem letzten Besuch versuchen wir unser Glück im alten Handelshafen und hier finden wir tatsächlich noch einen Steg, fast für uns allein. Das Boot ist schnell aufgeklart und während Robbi noch die letzten Fallen sichert, habe ich bereits das Essen im Ofen.

Nach Sonnenuntergang, Flaggenparade und Abendessen geht es noch ein paar Schritte durch die kleine Stadt und entlang der Hafenanlagen. So schön die Nachsaison auch ist, es wird deutlich früher dunkel und damit sind die abendlichen Spaziergänge doch sehr viel kürzer.

Tag 2 – Entlang der Ostküste von Fyn (24/VIII)

Heute ist es grau und trotz des wenigen Winds erstaunlich frisch. Wir verlassen unseren schönen Liegeplatz direkt nach dem Frühstück, denn über Mittag soll der Wind auf West drehen und deutlich zunehmen – dann wollen wir bereits im Schutz der Ostküste von Fyn sein und dieser nach Norden folgen.

Wie schon mit Lotte setzen wir noch in der Hafeneinfahrt die Fock und lassen uns von ihr Richtung Brücke ziehen, während der Strom von hinten kräftig schiebt.

Als wir das Fahrwasser der Brücke verlassen und auf die Ausläufer der Lunkebugt steuern, überlegen wir weitere Segel zu setzen – noch während unserer Überlegungen beginnen aber die ersten Böen und bringen auch leichte Schauer mit sich. Wir beschließen weiterhin nur unter Fock zu laufen, denn 4kn sind bei einem Segel schon ganz ordentlich für knapp 14t Boot.

Robbi wäre gerne nach Kerteminde gesegelt, aber leider dreht der Wind wieder auf Nordwest und nimmt kräftig zu. Da die knapp 15nm von der Beltbrücke bis Kerteminde fast genau gegen den Wind gehen, entscheiden wir uns für den Hafen von Nyborg.

Gesamtstrecke: 23.84 NM
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.41 knots
Gesamtzeit: 06:23:45

Wie bereits bei unserem letzten Besuch geht es auch dieses Mal nicht in den Yachthafen, sondern in den alten Handelshafen. An der Westseite des großen Beckens entdecken wir ein uns wohlbekanntes Folkeboot und liegen kurze Zeit später vor Nicolas und seiner Paula.

Nach einem schönen Nachmittag mit Nicolas auf Ingeborg gibt es für uns abends Sushi in einem der für uns besten Sushi Läden in Dänemark, dann bereiten wir das Boot für den kommenden Tag vor.

Um den angesagten Westnordwest gut nutzen zu können, wollen wir früh los und das mit vollen Segeln. Aus diesem Grund schlagen wir heute auch unseren Klüver an, den haben wir die letzten Tage noch nicht gebraucht.

Tag 3 – Nordwärts, mit offenem Ziel (25/VIII)

Bei bewölktem Himmel geht es um kurz vor 10Uhr aus dem Hafen von Nyborg und direkt nach dem Passieren der Molenköpfe setzen wir die Segel. Was sich im Schutz der hässlichen Wohnsilos noch nach einem lauen Lüftchen angefühlt hatte, entpuppt sich auf dem Kurs zur Beltbrücke als frischer West und wir machen gute Fahrt.

Hinter der Brücke kommt der Wind leider immer nördlicher und so starten wir nordwestlich von Sprogø zusätzlich die Maschine, damit wir nicht zu weit in Richtung des vielbefahrenen Hauptfahrwassers vertreiben.

Dass wir nach Norden wollen, ist klar, nur wohin? Unser eigentliches Ziel Samsø ist durch den immer nördlicheren Wind nur noch schwer zu erreichen – mit Maschine gegenan ist nicht unsere Art. Die Häfen von Reersø, Kalundborg, Røsnæs und Sejerø, liegen zu weit im Osten; wir würden sie zwar gut erreichen, unser weiterer Kurs führt aber immer um die Spitze von Sjællands Odde und von ihnen aus damit gegen den Wind.

Zusätzlich bekommen wir auch noch ein Zeitproblem, denn ab übermorgen Mittag sind die Sperrgebiete EK R 11 „Sjællands Odde W“, EK R 12 „Gniben“ und vor allem EK R 1 „MULTEX“ bis zum Ende der Woche gesperrt. Das würde für uns einen großen Umweg genau gegen den Wind bedeuten…

Unser neuer Plan ist daher recht einfach: Um Sjællands Odde herum und wenigstens bis Odden Havn – vielleicht ja sogar noch weiter. Nachdem wir die Spitze von Røsnæs passiert haben, können wir etwas abfallen und brauchen auch die Maschine nicht mehr mitlaufen zu lassen. Jetzt wird endlich wieder richtig gesegelt.

Den Nachmittag und Abend kämpfen wir dann mit wechselnden Winden, setzen Segel bei Phasen von weniger Wind oder bergen welche, wenn das Wasser mal wieder über die Schanz läuft. So langsam zeigt sich, dass wir Sjællands Rev wohl gegen 22Uhr erreichen und, wenn wir durch das kurze aber enge Snekkeløb abkürzen, den Hafen von Odden gegen Mitternacht.

Einige Meilen vor dem engen aber kurzen Fahrwasser durch das Riff wird der Wind weniger und auch die Wellen nehmen deutlich ab. Wir entscheiden uns, erst nach der Passage zu entscheiden: Odden Havn oder direkt nach Schweden.

Der Weg über das Riff ist gut betonnt und aufgrund der geringen Wellenhöhe auch jetzt in der Dunkelheit sicher befahrbar. Neben unserer C-Map Karte auf unserem Plotter tracken wir unsere Position wie immer auch auf unserem Tablet mit einer Transas Karte und auf dem Handy mit einer NV Karte – so kommen wir ohne Probleme durch das Snekkeløb.

Da es gerade so gut läuft und wir aufgrund der angekündigten Schießübungen in den Sperrgebieten eh sehr früh hätten starten müssen, setzen wir direkten Kurs auf Varberg in Schweden.

Tag 4 – Und plötzlich in Schweden (26/VIII)

Die Nacht ist ruhig und wir kommen gut voran. Zwei Schiffe, die nördlich von Sjælland unseren Weg kreuzen, funken wir an und klären unsere Kurse in direktem, sehr freundlichen Kontakt.

Als die Sonne langsam aufgeht, sitzt Robbi fast 18h an der Pinne und möchte nun doch etwas schlafen – während er sich seine wohlverdiente Pause gönnt, taucht im Norden die Küste von Anholt auf und ich sinniere beim Steuern über den Einbau eines Autopiloten.

Um kurz nach 7Uhr taucht achteraus plötzlich ein U-Boot auf, beim Überholen stellt es sich als ein Neubau von tkms auf Werftprobefahrt heraus. Mit der Aussicht auf einen frischen Kaffee locke ich Robbi wieder an die Pinne, dann gibt es Frühstück auf See.

Punkt 8Uhr passieren wir die schwedische Grenze und wechseln die Gastlandflagge – am 4. Tag unserer Reise haben wir unser erstes Etappenziel erreicht.

Kurz vor der schwedischen Küste nimmt der Wind leider immer weiter ab, und so bergen wir wenige Meilen vor unserem Ziel die Segel; als wir um 13Uhr im Stadthafen von Varberg festmachen, sind alle Segel bereits ordentlich gelegt und wir können uns etwas ausruhen.

Gesamtstrecke: 130.03 NM
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.95 knots
Gesamtzeit: 03:04:40

Die nette Hafenmeisterin, vor deren Bude wir direkt einen Platz gefunden haben, erklärt mir, dass wir nur online bezahlen können – sowohl sie als auch der vorhandene Automat nehmen kein Geld oder Karten an. Der Kampf mit der schlecht programmierten Website auf dem Smartphone dauert fast eine halbe Stunde, und ich frage mich ernsthaft, ob alle das so hinbekommen… naja, viele andere Häfen in Schweden nutzen wenigstens eine App zum Bezahlen.

Während am Nachmittag die erste Wäsche – es sind doch einige Klamotten auf der Überfahrt mit Salzwasser getränkt worden – läuft, machen wir einen Bummel durch die nette Stadt und besorgen etwas zum Abendessen. Heute gibt es nichts Aufwändiges, wir sind nach der langen Fahrt doch recht müde und daher schnell in der Koje.

Tag 5 – Ausruhen in Varberg (27/VIII)

Nach einem späten Frühstück machen wir erstmal Klarschiff und kümmern uns dann um unsere Kraftstoffvorräte: Unser 70l Tank ist fast leer und auch unsere Kanister sind nicht mehr alle voll. Auf Anraten der Hafenmeisterin verholen wir nicht an die Bootstankstelle im gegenüberliegenden Yachthafen von Getterön, denn diese soll sich in einer recht engen Ecke des Hafens befinden. Stattdessen nutzen wir die kostenlosen E-Bikes und machen uns auf den Weg zur nächsten Tankstelle. Nach der dritten Fahrt sind Tank und Kanister wieder gut gefüllt, wobei ich mir die letzten Fahrten geschenkt habe – ich bin so schon kein guter und sicherer Radfahrer, aber diese E-Bikes mit ihrer plötzlichen Beschleunigung sind mir nicht geheuer.

Ich kümmere mich also ums Boot und nach Robbis Rückkehr geht es dann gemeinsam zu Fuß in die Stadt. Wir plündern den großen ICA, stellen erstaunt fest dass hier die meisten Dinge erheblich günstiger als in Dänemark sind, und gehen abends noch etwas an der Küste entlang und über die Festung.

Tag 6 – Herausforderungen und Flaute auf dem Weg nach Norden (28/VIII)

Ein schöner Sommermorgen mit leider recht wenig Wind begrüßt uns, heute soll es an der schwedischen Küste Richtung Norden gehen.

Während ich die Kajüte segelklar mache, kümmert sich Robbi um den Motor – er hat beim letzten Check gesehen, dass einige Schmutzpartikel im Schauglas unseres Diesel Vorfilters sind. Das Reinigen ist schnell erledigt, leider füllt sich der Filter danach aber nicht mehr mit neuem Kraftstoff. Stück für Stück demontiert Robbi den Kraftstoffstrang: Filter, Schlauch und Rohr sind frei, nur im letzten Stück mit dem Ventil scheint was zu sitzen. Als Robbi dann unten am Tank etwas Diesel ablässt, sieht man deutlich die Reste alter Dieselpest, keinen frischen Schleim, sondern trockene tote Brocken. Nach etwa 100ml kommt nur noch klarer Kraftstoff aus dem Tank, das Rohr ist aber immer noch dicht. Glücklicherweise hat ein Nachbar eine dünne, circa 30cm lange Flaschenbürste – damit schaffen wir es, die letzten Reste aus dem Rohr zu kratzen.

Anscheinend hatte unser Tank mal Dieselpest: Da wir immer mit einem Additiv fahren, gab es keine der typischen gallertartigen Brocken, sondern nur tote Reste. Diese haben sich bei der wilden Fahrt über das Kattegat dann von den Wänden gelöst und am Ende am tiefsten Punkt gesammelt.

Glücklicherweise ist all dieses im Hafen passiert, auf See wäre die Bastelei doch etwas schwierig geworden. Damit wir aber auch dort keinen Schiffbruch erleiden, können wir den Schlauch vom Tank abziehen und direkt in einen der Kanister führen; dann saugt der Motor immer frischen Diesel.

Mit erheblicher Verspätung starten wir also unseren Weg nach Norden, leider ist mittlerweile der Wind fast vollkommen eingeschlafen. So geht es unter Motor entlang der schwedischen Küste nordwärts und ein häufiger Blick zu unserem Kraftstoff Vorfilter zeigt: nur noch klarer Diesel, keine Schwebstoffe.

Da wir keine Lust auf ewiges Motoren haben, setzen wir unseren Kurs auf Buahamn. Bei der Einfahrt in die Bucht mit dem kleinen Fischereihafen kommen wir das erste Mal auf diesem Törn den Felsen nahe, und wir freuen uns schon auf die kommenden Tage in den Schären.

Gesamtstrecke: 12.98 NM
Durchschnittsgeschwindigkeit: 5.34 knots
Gesamtzeit: 02:38:14

Der Gastbereich liegt in einem kleinen, recht engen Becken am südöstlichen Ende des Hafens. Hier liegen schon einige Boote bereit zum Kranen und wir können deutlich merken: In Schweden endet die Saison sehr viel eher als bei uns.

Im angrenzenden Fischereihafen ist am Nachmittag zwar nur wenig los, dafür bekommen wir dort den Hinweis auf das Bua Fiskhuset. Das kleine, etwas versteckte Geschäft direkt östlich vom Hafen hat eine tolle Auswahl von geräuchertem und frischem Fisch, vielen Krabben und Krebsen, sowie einigen hausgemachten Salaten.

Mit einem vollen Einkaufsbeutel geht es zurück aufs Boot; dann genießen wir die leckeren Spezialitäten mit einem schwedischen Bier und einem dänischen Akvavit.

Tag 7 – Endlich Schären! (29/VIII)

Heute soll es endlich in die Schären gehen, und da ist es uns egal, dass der Wind mal wieder eher schwach ist. Wir laufen aus dem Hafen Richtung Kattegat, und dann geht es bei südlichen Winden unter Fock und Besan nach Norden.

Vorbei am Atomkraftwerk von Ringhals geht es über den Kungsbacka Fjord zur kleinen Insel Malö. Eigentlich wollen wir durch den hübschen Malösund, aber der Wind schläft immer weiter ein, und so nehmen wir lieber den direkten und damit kurzen Weg.

Auf der Höhe von Öckerö ist dann Schluss mit Wind, wir laufen unter Maschine weiter. Die letzten Meilen können wir bei einem leichten Westwind nochmal den Motor abschalten, dann ist aber endgültig Schluss, und zwischen Valö und Vrångö bergen wir die Segel.

Gesamtstrecke: 25.33 NM
Durchschnittsgeschwindigkeit: 4.37 knots
Gesamtzeit: 06:17:09

Der äußere Hafen von Vrångö ist gut gefüllt, aber dort liegen alle mit Heckanker – da wir keinen passenden Heckanker haben und die wenigen Plätze längsseits der Stege schon belegt sind, laufen wir in den inneren Hafen.

Hier sind wir die einzigen Gäste, und obwohl man hier normalerweise an Heckbojen liegt, legen wir uns einfach längsseits an den äußersten Platz. Der Hafenmeister guckt zwar etwas grimmig, meint dann aber selber, dass zu dieser Tages- und Jahreszeit eher keine weiteren Boote kommen – wir dürfen liegen bleiben.

Vrångö liegt in der schwedischen Provinz Västra Götalands län und ist die südlichste der dauerhaft bewohnten Inseln in Göteborgs südlichem Schärengarten. Sie hat eine lange Fischereitradition und zwei Häfen: einer auf der Ostseite für Passagierfähren der Schifffahrtsgesellschaft Styrsöbolaget im Auftrag des regionalen Verkehrsverbunds Västtrafik und den Fischerei- und Yachthafen auf der Westseite der Insel.

Der nördliche und der südliche Teil der Insel ist Naturschutzgebiet, der zwischen April und Juli größtenteils für Besucher gesperrt ist. Ein Rundwanderweg erschließt Insel und Naturreservat für Touristen: Auf den Wiesen im Norden brüten über 60 Vogelarten, im Osten der Insel versteckt sich ein bronzezeitlicher Grabhügel und am südlichen Zipfel der Insel gibt es eine Robbenkolonie.

Auch auf Vrångö finden wir gleich einen Fischladen und so gibt es heute Dorsch auf Gemüsebett. Schon auf Lotte hatten wir immer einiges an Gemüse in der kühlen und dunklen Bilge, am haltbarsten haben sich Zwiebeln, Weißkohl, Paprika, Knoblauch und Ingwer herausgestellt, aber auch Tomaten, Porree und Zucchini halten sich gut 14 Tage.

Tag 8 – Inselhüpfen (30/VIII)

Ein heißer und windstiller Sommertag begrüßt uns, heute wollen wir daher nicht weit. Morgen Mittag wird Daniel, der die letzten Tage in Norwegen gewandert ist, in Göteborg an Bord kommen, das ist zwar sehr dicht bei, bietet aber in der Gegend die besten Möglichkeiten, um direkt mit Bus und Bahn zu einem Hafen zu gelangen.

Da wir Donsö bereits von früheren Besuchen kennen, entscheiden wir heute die Dritte der drei größeren Inseln in diesem Schärengarten zu besuchen: Styrsö.

Die wenigen Meilen laufen wir unter Maschine und da die Insel mehre Häfen hat, versuchen wir unser Glück gleich im ersten, an dem wir vorbei kommen: dem Fischereihafen Sandvik. Hier finden wir einen tollen Platz an der Kaimauer, direkt gegenüber vom engen Bereich für die Yachten. Als erstes nutzen wir die Badestelle, dann geht es Richtung Dorf und dem kleinen Hafen Tången, bei dem auch einer der beiden Anleger für die kleinen Passagierschiffe ist.

Gesamtstrecke: 4.55 NM
Durchschnittsgeschwindigkeit: 5.55 knots
Gesamtzeit: 01:04:37

Der Name Styrsö leitet sich vom altnordischen styrir ab, was Steuermann bedeutet und ab dem späten Mittelalter in der Bezeichnung Styrisø für die Insel verwendet wurde. Auch heute ist die Schifffahrt auf der Insel noch präsent, in Sandvik liegen nicht nur einige recht große Fischerboote, es befindet sich dort auch eine kleine Reparaturwerft.

Obwohl es sogar eine Brücke zur benachbarten Insel Donsö gibt, ist der Ort komplett autofrei – nur Fahrräder, Motorroller und kleine Elektromobile sind auf den engen Straßen unterwegs. Im Ort ist es so heiß, dass wir uns erstmal ein Eis kaufen und etwas Schatten suchen, danach geht es noch kurz in den kleinen Einkaufsladen und dann zurück an Bord – die Badestelle ruft. Den Spaziergang zum höchsten Punkt der Insel Stora Rös mit einem herrlichen Ausblick über die Inselwelt verschieben wir auf den Abend.

Leider beginnt es am späten Nachmittag aber zu regnen und so bleiben wir an Bord und planen die nächste Woche, in der wir zusammen mit Daniel und seinem Reise-Teddy Hjalmar die Inselwelt nördlich von Göteborg besuchen wollen.

4 Comments

  • Werner Wrage

    Moin Björn,
    vorbeikommen und anschauen ist sicher eine gute Idee, das wird aber wohl erst in der Nachsaison möglich, auch den einziehbaren Klüverbaum werden wir erst dann in Angriff nehmen.
    Auf ALBIN KÖBIS und ADELANTE konnten wir die Teile einziehen, aber das war immer ziemlich viel Arbeit. Waren auch andere Dimensionen.
    Durch den langen Winter hängen wir mit der Arbeit um Wochen zurück und Anfang Mai müssen wir seeklar sein. Dann geht’s für mindestens 4 Monate nach Schweden.
    Grüße
    Werner

  • Werner Wrage

    Moin, danke für eure sehr interessanten und informativen Törn – und Arbeitsberichte.
    2025 hatten wir ersten langen Törn mit unserer Jagt MEJSEN.
    Mir ist aufgefallen, dass ihr euren Klüverbaum anscheinend Recht einfach einrennen könnt.
    Der von MEJSEN ist leider fest und verlängert das Boot um 5 m, daher überlegen wir schon länger, ihn auch einrennbar zu machen.
    Wie funktioniert das bei euch, wie schwer ist das Teil und wie sieht die Befestigung des „Havariespargels“ bei euch aus?
    Letzte Frage – wie hat sich das Dicht7 bei euch bewährt?
    Vielleicht sieht man sich mal unterwegs.
    Liebe Grüße,
    Sonja und Werner

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